BOTANISCHER GARTEN - Heilpflanzen, Pflanzenwissen, Artenschutz

Die einheimische Flora und Fauna sind ein lebendiger Bestandteil der peruanischen Tradition. Das enorme, überlieferte Wissen um die traditionellen Heilpflanzen und ihre medizinische Anwendung sind ein Schlüssel für die menschliche Gesundheit und unser Wohlbefinden. Sie weisen uns den Weg zu einem Leben im Einklang mit der Natur.

Viele Heil- und Aromapflanzen weltweit sind inzwischen in ihrem Bestand bedroht. Das Aussterben unserer Heilpflanzen ist eine Gefahr fuer unsere Gesundheit. Deshalb wollen wir in unserem Botanischen Garten einen Lebensraum für diese lebendige Vielfalt schaffen. Ihr Verschwinden würde einen grossen Verlust für die Menschheit bedeuten und deshalb ist es eine unserer wichtigsten Aufgaben, diese Pflanzenarten zu beschützen.

Die "Rote Liste" der bedrohten Arten kann jedoch nur für jene Arten gelten, die auch bereits entdeckt und erforscht sind. Unzählige Pflanzen- und Tierarten sind bis heute unentdeckt, besonders im tropischen Regenwald. Peru gehört weltweit zu den Ländern mit der größten Artenvielfalt. In nur 17 (von 247) Ländern der Erde konzentrieren sich 80% aller Tier- und Pflanzenarten. Peru zählt zu den ersten 3 Ländern dieser Auswahl.

In unserem Botanischen Garten soll die Vielfalt dieser Pflanzen gedeihen und somit koennen wir hoffentlich auch zu ihrer erneuten Verbreitung beitragen. Gleichzeitig wird unser Biotop ein Ort des Studiums der traditionellen Heilpflanzen & deren medizinischer Wirkung sein. Unser Heil- und Lehrgarten soll viele einheimische Pflanzen & Tiere beherbergen, die mittlerweile nur noch sehr selten aufzufinden sind. Damit haben wir nicht nur die einzigartige Möglichkeit, die Diversität innerhalb der bestehenden Naturräume zu beobachten und zu erforschen, sondern tragen zudem auch aktiv zum Schutz des Regenwaldes bei.

Die Liste der zu beschützenden Arten ist gross. Dabei sind Pflanzen wie "Caoba", "Uña de Gato", "Sangre de Grado" , "Chirisanango", "Chuchuhuasi" und "Piñon negro" nur einige der westlichen Welt bekannten Beispiele. Im Folgenden möchten wir Euch einige sehr beeindruckende Pflanzenarten vorstellen ( einige davon sind vom Aussterben bedroht ), die in Zukunft in unserem Botanischen Garten besichtigt werden können.

Arbol De La Quina - Chinarindenbaum

Lat.: Cinchona pubescens

Der Chinarindenbaum ist der Nationalbaum Perus, den leider nur noch wenige Peruaner kennen. Der Chinarindenbaum findet sich auf dem Wappen Perus. Der dort als quina bekannte Baum, auch aus der Quechua-Sprache übernommen, steht in einem einzelnen Feld oben rechts im Wappen und soll die Natur und Pflanzenwelt Perus symbolisieren. Der Chinarindenbaum stammt ursprünglich aus den Bergregionen des nördlichen Südamerikas. Sein Stamm erreicht im Durchschnitt eine Höhe von 10 Metern sowie einen Durchmesser von 30 cm. Die Borke ist meist deutlich bitter. Der Chinarindenbaum ist vom Aussterben bedroht.

Medizinische Anwendung :

Bereits Alexander von Humboldt hat während seiner Reisen zu Beginn des 19. Jahrhunderts Bekanntschaft mit diesem besonderen Baum gemacht. Dank seiner medizinisch vielfach einsetzbaren Rinde, erlangte der Chinarindenbaum jedoch schon früher große Berühmtheit, vor allem wegen des heute industriell extrahierten Wirkstoffs Chinin. Die gemahlene Rinde des Baumes wird vielfach gegen Malaria genutzt, das Arzneimittel ist bekannt als Cinchonae cortex. Die traditionelle Medizin schreibt der Chinarinde, als Aufguss bereitet, zudem eine antiseptische Wirkung zu, wodurch sie bei zahlreichen Infektionskrankheiten eingesetzt wurde.

Caoba - Amerikanischer Mahagonibaum

Lat.: Swietenia macrophylla

Der Amerikanische Mahagonibaum wächst als anfangs immergrüner, später als laubabwerfender Baum, der Wuchshöhen von bis zu 70 Meter und Stammdurchmesser von maximal 3,50 Meter erreicht. Durchschnittliche Exemplare, beispielsweise im westlichen Amazonasgebiet, weisen aber Stammdurchmesser von 2,5 Meter und Wuchshöhen von 45 Meter auf. Die Caoba ist das Juwel in der Krone der Amazonas-Wälder, ihre einzigartigen Stämme ragen wie majestätische Säulen bis in den dichten Himmel der Baumkronen. Der intensiv-rötliche Ton ihres enorm haltbaren Holzes machen dieses zu einem der weltweit begehrtesten Rohstoffe für Baumaterialien und Kunstschreinerei, sowie zu einem Symbol für Reichtum und Macht. Die Jagd nach dem "Roten Gold", wie die Caoba mitunter genannt wird, hat unzählige Wassereinzugsgebiete in Perú ihrer kostbarsten Bäume beraubt (z.B. das in Alto Tamaya, Ursprungsgebiet einer Gruppe der Ashéninka- Indígenas). Die Exemplare von Swietenia macrophylla stehen im Regenwald vereinzelt meist in Flussniederungen, so dass für jeden geschlagenen Baum viele weitere gefällt werden, um eine Transportschneise zu schaffen. Auch das im Regenwald sehr komplex aufgebaute Ökosystem (mit zahlreichen Symbiosen) machen das Fällen sehr problematisch, weil Auswirkungen von großflächigen Störungen nur schwer abzuschätzen sind. Die letzten Caobabäume wachsen heute, wie die Zedern, mehrheitlich auf indigenem Territorium, in Nationalparks oder in Naturreservaten, die geschaffen wurden, um ihre bedrohlich gesunkenen Restbestände zu beschützen. Seit 2003 besitzt Swietenia macrophylla einen Schutzstatus nach CITES: Appendix II, für Mexiko, Costa Rica, Kolumbien, Peru, Bolivien und Brasilien zusätzlich auch Appendix III.

Medizinische Anwendung :

In geringer Dosis verabreicht, werden den Caoba - Samen medizinische Eigenschaften zugeschrieben. So lassen sich beispielsweise Bluthochdruck, Darmparasiten & Brustschmerzen damit lindern. Dennoch ist von der Einnahme durch Kinder abzuraten. Tatsächlich werden die Samen der Caoba auch als natürliches Schädlingsbekämpfungsmittel genutzt und wirken zudem bei Harnwegserkrankungen, Hautverletzungen und gegen Schlangenbisse.


Uña De Gato - Katzenkralle

Lat.: Uncaria tomentosa

Die Katzenkralle (Uncaria tomentosa) ist eine Pflanzenart, die zur Familie der Rötegewächse (Rubiaceae) gehört. Sie ist besonders als Bestandteil in Medikamenten bekannt. Uncaria tomentosa wächst bevorzugt auf feuchtem, schattigem Boden im natürlichen Regenwald, wo die Pflanzen einen Stammdurchmesser von bis zu 25 cm und eine Stammlänge von bis zu 100 Metern erreichen. Kultiviert bleiben die Pflanzen hingegen meist kleinwüchsig und buschig.

Medizinische Anwendung :

Die Hauptwirkung von Extrakten aus der Wurzel und dem Stamm von Uncaria tomentosa richtet sich auf das Immunsystem. Ebenso wurden entzündungshemmende Eigenschaften und eine ausgeprägte antileukämische Wirkung nachgewiesen. Die Katzenkralle wird auch für die Behandlung von Arthritis, Diabetes, Tumoren und Infektionen eingesetzt.

Cedro - Amerikanischer Zedrelenbaum

Lat.: Cedrela odorata

Cedrela odorata wächst als laubabwerfender Baum mit gewaltiger Krone sowie einem massigen Stamm und wird im Durchschnitt 40 Meter hoch. Diese Art wächst von Mexiko über die Karibik und Mittelamerika bis ins tropische Südamerika. Das Holz der Amerikanischen Zedrele wird aufgrund der guten Bearbeitbarkeit gerne als Ersatz für Mahagoni genutzt. Die Amerikanische Zedrele wird auf Grund der anhaltenden Ausbeutung von der Weltnaturschutzunion IUCN in der Roten Liste gefährdeter Arten als gefährdet („Vulnerable“) geführt.

Medizinische Anwendung :

Sowohl Rinde, Harz als auch Blätter und Blüten der Zedrele können vielseitig medizinisch eingesetzt werden, unter anderem gegen Fieber, Husten, Durchfall, Entzündungen der Haut, Malaria & Zahnschmerzen.



Piñon Rojo - Roter Piñon

Lat.: Jatropha gossypifolia L.

Der Piñon wächst in tropischem Klima mit starker Sonneneinstrahlung. Es ist ein kleiner Strauch mit heilenden Eigenschaften, der auch als Zierpflanze verwendet wird.

Medizinische Anwendung :

Er wird zur Behandlung von Abszessen, Entzündungen, Verbrennungen und Wunden allgemein eingesetzt.






Jergon Sacha - Jergonpflanze


Lat.: Dracontium loretense

Die Jergonpflanze ist eine krautige Pflanze, die bis zu 2 Meter hoch werden kann. Sie hat einen typischen Stiel mit weißen Flecken, die sie wie die Schlange namens "Jergón" aussehen lassen.

Medizinische Anwendung :

In der traditionellen Medizin wird diese Pflanze bei Schlangenbissen, Abszessen, Atemproblemen, Entzündungen, Hepatitis, Insektenstichen und Tumoren angewandt. Der Pflanze werden antivirale und antibakterielle Eingeschaften zugesagt und deshalb wird sie für die Behandlung vieler moderner Krankheiten in Betracht gezogen.



Palo De Rosa - Rosenbaum

Lat.: Aniba rosaeodora

Der dickleibige Rosenbaum gedeiht in den tropischen Regenwäldern Südamerikas, erreicht eine Höhe von bis zu 30 Metern und einen Durchmesser von 2 Metern. Der gesamte Baum verbreitet ein angenehmes Aroma. Er enthält Substanzen, welche - zu Öl verarbeitet - auf dem internationalen Markt für über zwanzig verschiedene Anwendungen begehrt sind, beispielsweise zur Herstellung von Parfüm, Seifen und anderen Kosmetika. Der Rosenbaum ist vom Aussterben bedroht.

Medizinische Anwendung :

Der Rosenbaum hat vielfältige, medizinische Eigenschaften. So lassen sich seine wirksamen Bestandteile zum Beispiel keimtötend, pilzbekämpfend oder auch hautstärkend einsetzen. Die heilsame Stärkung der Haut wirkt bei Akne, Hautkrankheiten, Falten und Narben. Ebenso hilft das Öl zu Entspannen, gegen Müdigkeit, Stress und Nervosität. Nicht zuletzt wird ihm eine aphrodisierende Wirkung zugeschrieben.

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